Hausmittel gegen Winterleiden

Zwischen dem menschlichen und dem Hundekörper ist kein allzu großer Unterschied, wenn es um die kleinen Wehwehchen im Winter geht. Oft helfen dieselben alten Hausmittel – nur die Verabreichung muss an die Anatomie angepasst werden. Wie beim Menschen gilt aber auch beim Hund: lieber einmal zu oft zum Arzt als zu selten.
 

Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Vor allem jene Hunde, die sich wenig an der frischen Luft bewegen und dann sofort ins warme Körbchen neben dem Kachelofen zurückkehren, sind anfällig für Erkältungskrankheiten. Rechtzeitige Abhärtung, viel frische Luft und kein allzu warmer Platz sind die beste Vorbeugung. Falls der Hund trotzdem Anzeichen einer Erkältung zeigt:

Thymian ist ein altbewährtes Rezept, um die Schleimhäute zu beruhigen. Die sanfte Art der Inhalation: Ein Esslöffel Thymian, eventuell mit etwas Kochsalz, wird in heißem Wasser aufgekocht. Dieser Sud wird auf ein Stövchen gestellt, sodass sich der Dampf ganz langsam im ganzen Raum verbreiten kann. Gleichzeitig erhöht das die Luftfeuchtigkeit im Raum, dämpft den Hustenreiz bei trockenem Husten und unterstützt die Schleimlösung in den Bronchien. Wer den Geruch von Thymian gar nicht schätzt, kann auch Kamille verwenden.

Salbei- und Kamillentee schmeckt auch dem Hund und beruhigt ebenfalls die Schleimhäute: Einfach anstelle des Wassers in die Schüssel geben – natürlich nicht siedend heiß, sondern mit Raumtemperatur. Will ein Hund das so gar nicht trinken, kann man einen Löffel Honig beifügen.

Hustendämpfend bei trockenem Husten sind Fenchelsirup mit Honig, warme Milch und Schleimsuppen. Das Futter sollte püriert werden, damit der Hund trotz rauem Hals freiwillig frisst.

Rachen- und Mandelentzündungen

Der Rachen und die Mandeln sind die Pforte, über die Krankheitserreger in den Körper eindringen. Sie sind daher auch als erste betroffen. Häufige Ursache im Winter ist der Schneeball, dem der Hund anstelle des Stöckchens hinterhergeschickt wird.

Schleimsuppen aus Haferflocken oder Reis decken die entzündete Schleimhaut ab und schützen vor weiteren Reizungen. Zusätzlich können Leinsamen, Eibischwurzel oder Isländisches Moos mitgekocht werden. Allerdings trifft das nur selten den Geschmack des Hundes.

Ein dicker Schal als Halstuch hilft auch dem Hund. Feuchtwarme Umschläge unterstützen die Heilung. Am einfachsten ist der Kartoffelumschlag: gekochte Kartoffel werden in einem Beutel oder Strumpf gefüllt und möglichst heiß um den Hals gelegt. Über diese Packung legt man einen warmen Schal und lässt die Wärme bis zu einer halben Stunde wirken.

Augenentzündung

Sie tritt vor allem dann auf, wenn der Schnee schmilzt und der Streusplitt staubt. Auch kalte Zugluft löst Entzündungen aus: der Hund, der bei geöffnetem Fenster Auto fährt oder womöglich noch den Kopf hinaushält. Bindehautentzündungen sind aber auch Begleiterscheinungen von Erkältungen.

Ein erstes Mittel: Die Augen werden mit einem Wattebausch regelmäßig vorsichtig gesäubert. Anstelle von reinem Wasser kann man 2%iges Borwasser oder Fencheltee verwenden. Kamillentee ist ungeeignet, weil die Schwebstoffe das Auge zusätzlich reizen und er zu Haarausfall um den Augen führt.

Magen- und Darmverstimmung

Schnee zu fressen oder Schnee mit Streusalz von den Pfoten zu lecken kann Magenverstimmungen und Durchfall zur Folge haben. Das ist eine grundsätzlich sinnvolle Maßnahme, die der Hundekörper setzt, um unverträgliche Stoffe so schnell wie möglich wieder los zu werden.

Die erste Maßnahme: Hungern lassen, damit sich Magen und Darm vollständig leeren. Gegen den Flüssigkeitsverlust wird schwarzer, ungesüßter Tee gegeben.

Tritt eine erste Besserung ein, helfen Schleimsuppen. Besonders schmack- und nahrhaft: in einer milden Hühnersuppe ein wenig Reis oder Haferflocken zerkochen. Wer den Magen zusätzlich beruhigen will, kann mit Kümmel oder Fenchel würzen. Der Hund sollte kleine Portionen über den ganzen Tag verteilt bekommen.

Die Diät kann bei Durchfall durch stopfende Mittel unterstützt werden: Rhabarbasaft, geriebene Äpfel. Wer Tierkohle gibt, sollte sie nicht in Tee auflösen, weil das die Wirksamkeit herabsetzt.

Schmerzlindernd und krampflösend wirken warme Umschläge.

Altersbedingte Gelenksschmerzen

Wie beim Menschen werden auch beim Hund Gelenksschmerzen bei kalter Witterung besonders schmerzhaft. Der Hundebesitzer kann die Schmerzen mit Breipackungen direkt auf den erkrankten Muskelstellen und feuchtwarmen Umschlägen etwas lindern.

Eine Alternative zu Heizkissen sind Leinensackerl, die mit Kirschkernen oder Leinsamen gefüllt sind. Sie werden im Herd angewärmt, speichern die Wärme sehr lange und bringen neben der Wärmezufuhr auch eine leichte Massagewirkung.

Besondere Sorgfalt gilt der Futterzubereitung: Lieber etwas weicherer Stuhl als Verstopfungen, denn schmerzende Rückenmuskulatur bereitet auch beim täglichen Geschäft Probleme.

Rissige Nasen und Pfoten

Häufiger Wechsel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit kann ebenso zu rissiger Haut auf Nase und Pfoten führen wie zu warme und trockene Luft.

Salben und Öle schützen die Haut und unterstützen gleichzeitig die Heilung. Lebertran, Borsalbe, Glycerin, Kamillen- und Ringelblumensalbe helfen. Allerdings sind gerade Nase und Pfoten jene Regionen, die der Hund so schnell wie möglich wieder abschlecken wird. Hier hilft nur Ablenkung: einschmieren und sofort spielen, toben, spazieren gehen. Wenn er sich trotzdem die Nase ableckt: Lebertran schadet auch im Magen überhaupt nicht.

Die Zutaten

Wer mit Kräutern Krankheiten lindern will, muss auf die Qualität der Zutaten achten. Der Thymian oder Fenchel aus dem Gewürzregal im Supermarkt schmeckt zwar, hat aber auf seinem Weg dahin schon viel von seiner heilenden Kraft eingebüsst. Gute Qualität bekommt man in den Reformhäusern, Kräuter auch in Apotheken. Die mit Kirschkernen gefüllten Sackerl sind ebenfalls in Reformhäusern oder im Baby-Fachhandel erhältlich.

Und wenn das alles nicht hilft

Zeigen die alten Hausmittel nach zwei bis spätestens drei Tagen keinerlei Wirkung oder verschlechtert sich der Zustand Ihres Hundes, dann machen Sie schnellsten auf den Weg zum Tierarzt. Auch beim Hund besteht die Gefahr, dass Erkrankungen chronisch werden oder noch schwerwiegendere Erkrankungen nach sich ziehen. Vor allem entzündete Mandeln können sehr schnell auch das Herz angreifen.