Wissen

Die Rasse, ihre Pflege, Hintergründe zur Zucht: Wissenswertes, das wir für Sie zusammengestellt haben. Falls ein Thema fehlen sollte: Schicken Sie uns einfach ein E-mail.
Die Rasse
Ein Apso begleitet eine Nonne im Hochland Tibets.
Ein Apso begleitet eine Nonne im Hochland Tibets. Ein Apso begleitet eine Nonne im Hochland Tibets.

Es war einmal ein kleiner Hund, der mit seinen Geschwistern Buddha begleitete. Bei Gefahr konnten sie sich in Löwen verwandeln. Das ist eine der vielen Legenden, die sich um die Lhasa Apsos ranken. Sie sind eng mit der Tradition und Religion Tibets verbunden. Eine weitere Legende erzählt, jeder Apso wäre die Reinkarnation eines sündigen Mönches.

Die Herkunft

Die Heimat der Lhasa Apsos ist tatsächlich Tibet. Sie wurden in erster Linie als Wachhunde in Klöstern gehalten und waren die Begleiter der Mönche und Nonnen. Englische Kolonialisten brachten im Jahr 1902 die ersten Lhasa Apsos nach Europa. Entscheidend für de Nachzucht wurde der Import von Hunden nach Amerika im Jahr 1933.

Das Erscheinungsbild

Größe: ideal sind etwa 25 cm, die Rüden sind heute etwas größer.

Kopf: dunkle mandelförmige Augen, weder zu groß oder vorstehend noch zu klein oder tiefliegend. Die Fanglänge beträgt 1/3 der gesamten Kopflänge. Die Nase ist tiefschwarz pigmentiert.

Körper: Fester, aber nicht zu grober Knochenbau mit starker Bemuskelung. Gerade Beine mit guten Winkelungen. Der Rücken ist etwas länger als seine Widerristhöhe, darf aber nicht zu lang werden. Die Rute wird über dem Rücken getragen.

Fell: bodenlanges aber nicht unnatürlich langes Haar, kräftig und keinesfalls seidig oder wollig, dichte Unterwolle. Schwere gut über die Augen fallende Kopfbehaarung mit starkem Kinn- und Backenbart.

Das Wesen

Zurückhaltend gegenüber Fremden, keinesfalls aggressiv oder scheu. Neugierig und lernfähig, allerdings auch sehr selbstbewußt und selbstbestimmt. Kein Kläffer (außer, sie werden vom Besitzer dazu ermutigt...).

Verwendung

Der Lhasa Apso ist ein hervorragender Wachhund für Wohnungen. Idealer Begleiter auch auf langen Wanderungen, durchaus geeignet für das Gebirge. Verhält sich lange ruhig in Restaurants oder Büros, freut sich dafür umso mehr mit viel Temperament, wenn er sich in freier Natur bewegen darf. Für Sportarten wie Agility ist er zwar vom Körperbau sehr geeignet, aber sein selbstbestimmtes Wesen kann dabei zur Geduldsprobe für die Besitzer werden.

Pflege
Ein Apso muss im Welpenalter die Pflegeprozedur kennen lernen.
Ein Apso muss im Welpenalter die Pflegeprozedur kennen lernen. Ein Apso muss im Welpenalter die Pflegeprozedur kennen lernen.

Für uns ist ein Lhasa Apso nur mit langem Haar ein typischer Lhasa Apso. Gerade dieses Haarkleid macht diese Rasse zu einer besonderen Schönheit.

Es erfordert aber auch Pflege.Es ist wichtig schon im Welpenalter den Hund an das Bürsten zu gewöhnen. Bringen Sie den Hund sanft in Seitenlage, streicheln Sie zuerst die Bauchseite und bürsten dann sanft über den Bauch.
Ab dem 8. Lebensmonat ändert sich das Haar vom Welpenhaar zum Fell eines erwachsenen Hundes. In dieser Zeit verknoten sich die Haare sehr stark. Ruhe und Geduld bewahren: Diese Zeit geht vorüber.

Niemals trocken bürsten

Wer das Haar eines Apsos trocken bürstet, bricht die Spitzen ab. Außerdem geht es leichter, wenn Sie vor dem Bürsten die Haare etwas mit Wasser anfeuchten: Einfach Ihre nassen Hände am Hund abstreifen oder mit einem Blumenspritzerl ansprühen. Ins Wasser kann ein Löffel Conditioner gegeben werden, damit Filz oder Knoten leichter gelöst werden.

Liegt Ihr Apso auf der Seite, wird das Haar geteilt. Stufe für Stufe wird es in Abschnitten zur Wachstumsrichtung gebürstet. Wichtig ist es bis zur Haut durchzukämmen um ein Verfilzen zu verhindern. Am sinnvollsten ist es, bei den Pfoten zu beginnen und sich langsam über den ganzen Körper zu arbeiten.

Knoten im Fell werden mit den Fingerspitzen auseinander gezogen, erst dann ausgebürstet. Auf diese Weise ist es nicht schmerzhaft.

Ein bis zweimal in der Woche gründlich bürsten und kämmen genügt, wenn das Haar die richtige feste Qualität hat.

Augenpflege

Täglich sollte der Bereich unter den Augen gereinigt werden. Ein angefeuchtetes Tuch ohne Zusätze oder ganz banal ein Waschlappen genügt dazu. Kamillentee ist zur Augenpflege  nicht zu empfehlen: Er verfärbt die Haare und die Schwebstoffe irritieren das Auge.

Für die Haare an der Nasenwurzel unter dem Auge gibt es spezielle feinzinkige Kämme, mit denen das Augensekret ausgekämmt werden kann.

Pfotenpflege

Die Krallen sollten falls notwendig geschnitten werden. Speziell ältere Hunde, die sich nicht mehr so viel bewegen, brauchen auch eine Pflege der Krallen. Dazu gibt es im Handel spezielle Krallenscheren. Den richtigen Zeitpunkt hören Sie, wenn der Hund über Parkettboden läuft und jeder Schritt deutlich zu hören ist.

Auch zwischen den Ballen wachsen Haare. Sie sollten regelmäßig geschnitten oder geschoren werden, damit sie nicht verfilzen. Im Winter bilden sich an den zu langen Haaren schnell Schnee- und Eisklumpen.

Ohrenpflege

Die feinen Haare in den Ohren der Lhasas müssen regelmäßig entfernt werden. Sie verhindern sonst den Abfluss des Ohrensekrets, verfilzen und führen zu Ohrenentzündungen. Diese Haare sitzen sehr locker in der weichen Haut. Sie können problemlos mit den Fingerspitzen einfach herausgezupft werden. Ist Ihr Hund an diese Prozedur gewöhnt, kann auch eine runde Pinzette verwendet werden.

Das Bad

Baden Sie Ihren Hund nach Bedarf. Ein Hund, der am Land lebt, braucht sicher nicht so oft gebadet werden wie ein Stadthund. Die Show-Profis werden sagen: Spätestens alle zwei Wochen muss der Hund ins Bad. Unsere Faustregel: Die Hunde werden gebadet, wenn sie schmutzig sind.

Die effizienteste und zugleich sparsamste Methode: In eine Schüssel mit warmem Wasser einen Löffel voll Shampoo geben. Mit einem Babyschwamm das Wasser aufschäumen. Das Haar von vorne nach hinten am stehenden Hund immer wieder scheiteln und den Schwamm auf dem trockenen Hund ausdrücken. Auf diese Weise wird das Shampoo am gleichmäßigsten verteilt. Gründlich einmassieren und sehr gründlich ausspülen.

Mit einem Frotteehandtuch gut abtrocknen: Dabei aber nicht rubbeln, sondern drücken. Sonst verfilzt der nasse Hund. Wichtig ist, die Innenohren gut zu trocken. Wenn die Raumtemperatur nicht zu tief ist, muss ein Apso nicht unbedingt geföhnt werden. Wer es dennoch tut: Niemals ganz trocken föhnen. Es macht das Haar brüchig. Am schönsten wird ein Apso, wenn er über die Bürste geföhnt wird. 

Das richtige Shampoo

Welches Produkt das ideale ist: Darüber könnte endlos diskutiert werden. Auch da gibt es Trends. Wichtig ist aber in jedem Fall: Das Shampoo darf das Fell nicht "seidig" machen. Am besten geeignet sind Shampoos für Terrier-Fell, damit es hart bleibt.

Ob weitere Pflegemittel - Balsam, Conditioner, Packungen - verwendet werden: Das ist Geschmackssache der Besitzer_innen, hängt aber auch von der Haarqualität ab. Nach unserer Erfahrung trocknet auch beim Apso im Winter das Fell etwas aus. Da verwenden wir Conditioner. Der Handel bietet jedenfalls eine breite Palette an Produkten an. Shampoo für menschliches Haar ist für den Hund völlig ungeeignet.

Warum nicht scheren?

Ein regelmäßig gepflegter Apso fühlt sich im Winter dank seiner Haarfülle auch bei sehr tiefen Temperaturen wohl.  Im Sommer ist der Luftpolster zwischen den Haaren eine Klimaanlage, die für Temperaturausgleich sorgt. Neueste Untersuchungen haben gezeigt, dass die Oberflächentemperatur von langhaarigen Hunden niedriger ist, wenn sie nicht geschoren wurden. Durch eine Schur kann es auch zu Sonnenbrand kommen.

Eine Schur macht die Pflege des Apsos nicht einfacher: Die feine Unterwolle wächst wesentlich schneller als das feste Deckhaar. Ist das Haar geschoren, kommt die Unterwolle durch und der Apso verfilzt sehr rasch.

Wer den Apso ein wenig pflegeleichter mag, sollte die Haare daher wenigstens 10 cm lang lassen.

Ein spezielles Problem sind die Stirnfransen. Werden sie zu kurz abgeschnitten, dann reizen die Haarspitzen den Augapfel. Vernünftiger ist es, die Haare mit einem Gummi oder Spangerl zurück zu binden.

Die Pflegeprozedur genießen lernen!

Ist der Hund einmal ans Bürsten gewöhnt, wird er es mögen. Es ist ja auch eine gründliche Massage des ganzen Körpers. Bürsten ist Zuwendung.
Und für die BesitzerInnen ist es eine wunderbare Entspannung.

Hausmittel bei Ohrenproblemen
Langhaarige Hunde neigen nur dann mehr als andere zu Ohrenproblemen, wenn die Ohren nicht regelmäßig gepflegt werden. Tritt tatsächlich ein Problem im äußeren oder mittleren Gehörgang auf, helfen alte Hausmittel.
 
Grundregel Nummer 1 ist Vorbeugung.

Die Haare aus den Gehörgängen müssen regelmäßig ausgezupft werden. Das geht sehr leicht, weil die Haare kaum verwurzelt sind. Das innere Ohrleder sollte regelmäßig gereinigt werden. Etwas Wasser ist dazu meist genug. Im inneren Ohr haben Wattestäbchen und ähnliche Hilfswerkzeuge nichts verloren. Was nicht mit einem Wattebausch erreicht wird, soll bleiben, wo es ist. Für den Schmutz tiefer in den Ohren gibt es zum Beispiel eigene Produkte in der Apotheke. Sie werden eingeträufelt , schäumen auf, lösen damit den Schmutz, und der Hund schüttelt alles aus.

Wird ein Hund gebadet oder geht er schwimmen, dann sollten die Innenseiten der Ohren abgetrocknet werden.

Anzeichen für Entzündungen

Die meisten Hunde zeigen recht deutlich, wenn sie Ohrenschmerzen haben. Sie schütteln auffallend oft den Kopf, halten ihn schief oder kratzen öfter als üblich am Ohr. Eine Ohrenentzündung ist auch frühzeitig bemerkbar, wenn beim Kraulen auffällt, dass ein Ohr wärmer ist als das andere. Ein geröteter Gehörgang zeigt die Entzündung deutlich.

Ist das Innenohr mit einem schwarzen Schmutz verklebt, kann es sein, dass der Hund Milben hat. Diese müssen unbedingt in einer Tierklinik behandelt werden.

Hausmittel helfen

Apfelessig hilft zweifach: In ein Schnapsglas einen Schluck Apfelessig geben und mit lauwarmem Wasser auffüllen. Diese Mischung wird einfach in das Ohr geleert. Die adstringierende Wirkung des Apfels und der Einfluss auf das Mikroklima im Ohr beenden oft sehr schnell eine Entzündung. Keine Angst: Der Hund stinkt daraufhin nicht nach Essig. Die Prozedur täglich ein- bis zweimal wiederholen.

Die Zwiebel-Methoden: Eine Zwiebel halbieren. Das Ohr aufklappen und die Zwiebel mit der angeschnittenen Seite auf den Gehörgang legen. Alternativ kann die Zwiebel auch klein geschnitten und kurz in einer Pfanne gedünstet werden. In ein Mull- oder Leinensäckchen gefüllt wird das aufs Ohr gelegt – warm oder kalt. Die ätherischen Öle der Zwiebel wirken entzündungshemmend.

Petersilie ist desinfizierend und reinigend. Frische Petersilie (mit Stängel) wird ein einem Mullsäckchen zerquetscht. Dazu eignen sich ein Mörser, ein Kartoffelstampfer oder ein Nudelholz. Das Säckchen wird anschließend als Kompresse aufs Ohr gelegt.

Unsere Großmütter haben uns noch mit Olivenöl behandelt. Es wirkt heute noch: Das Öl ganz leicht anwärmen und mit einem Wattebausch das Ohr abtupfen.  Mandelöl ist zwar teurer, wirkt aber oft noch besser als Olivenöl. Zweimal täglich zwei Tropfen ins Ohr sind genug.

Verletzungen am Ohrleder

Ob durch die eigenen Krallen oder durch dorniges Gebüsch: Verletzungen auf der Innenseite des Ohrleders können für Hunde sehr unangenehm sein. Es juckt, der Hund kratzt, die Verletzung kann nicht abheilen.

Zur Reinigung eines verletzten Ohrleders eignet sich Käsepappel (Malve). Einen starken Tee aus den Blättern kochen, abkühlen lassen und mit einem Waschlappen oder Wattebäuschen das Ohr reinigen. Verletzte oder stark gerötete Stellen können mit Ringelblumensalbe behandelt werden.  Kratzer oder Verletzungen auf der Außenseite des Ohrleders werden im zwei-Stunden-Rhythmus mit einem Tropfen Lebertran betupft.

Sollten Hausmittel nicht binnen zwei Tagen Erfolg zeigen, muss unbedingt eine Tierklinik besucht werden, damit das Innenohr und das Trommelfell nicht gefährdet werden.

Futter für's Fell
Mit bestimmten Zusatzstoffen zum Futter können ein schönes glänzendes Fell und eine gesunde Haut unterstützt werden.
 
Bierhefe

Germ wird seit 5000 Jahren   als Heilmittel eingesetzt. Heute wird er in erster Linie zur Unterstützung des Fellwechsels und zur Vorbeugung gegen Haut– und Fellprobleme eingesetzt.

Die billigste Variante ist der Germwürfel, von dem ein Eck abgebrochen und über das Futter gestreut wird. Leichter zu verwerten ist für den Hund der Trockengerm, dessen Zellwände aufgespaltet wurden.

Kräuter und Pflanzen

Die meisten Kräuter, die dem Futter beigemischt oder als Tee gegeben werden, wirken indirekt durch Stoffwechselförderung auf Haut und Fell, andere direkt:

Bambus hilft bei brüchigem Fell und brüchigen Krallen. Er enthält zu 77 Prozent Kieselsäure, die ein wesentlicher Bestandteil von Haut und Knochen ist.

Brennesseln unterstützen ebenfalls den Glanz des Fells. Ein kleiner Löffel voll mehrmals die Woche ins Futter reicht für unsere kleineren Rassen.

Eine Abreibung mit Brennesseltee  lässt das Fell ebenfalls glänzen. Das wirkt auch gegen den Juckreiz nach Flohbissen.

Bei langwierigen Hauterkrankungen ist der Wurzelstock der Quecke ein Heilmittel. Kleingeschnitten und eventuell eingeweicht kann sie ins Futter gegeben werden.

Öle

Die meisten Öle entfalten ihre Wirkung auf die Haut nicht innerlich, sondern als Packungen oder Ölwickel. Erdnussöl und Mandelöl sind Beispiele, die trockene und schuppige Haut mit Nährstoffen versorgen. Auch Liegeschwielen können damit behandelt werden.

Wer Öle zufüttert, muss darauf achten, dass sie aus einer Kaltpressung kommen. Ab einer Temperatur von 40 Grad werden die empfindlichen Fettsäuren zerstört.

Hanföl ist ein altes Hausmittel gegen Dermatitis. Unter diesen Begriff fällt eine Vielzahl an Hauterkrankungen. Gleichzeitig stärkt Hanföl das Immunsystem.

Leinöl, Sesamöl, Sojaöl und Nachtkerzenöl optimieren den Fellglanz, verbessern die Fellbeschaffenheit und schützen vor vorzeitiger Hautalterung.

Vorsicht ist bei der Verwendung von Fischölen geboten. Lebertran wird gerne als Winterzugabe empfohlen. Zu viel Vitamin D ist allerdings schädlich.

Futter für's Herz
Vor allem ältere Hunde neigen zu Herzschwächen. Gute Kondition, richtiges Gewicht und optimale Ernährung unterstützen diese Hunde und ihr Herz.

Gemüse und Obst

Je feiner Gemüse und Obst püriert wird, desto leichter kann es der Hund verdauen, weil die Zellwände aufgespaltet werden. Ein Schuss gutes Öl hilft, die fettlöslichen Vitamine aufzunehmen.

Reife rote Äpfel sind nicht nur kalorienarme Sattmacher. Das enthaltene Pektin senkt den Cholesterinspiegel und neutralisiert den Säuregehalt im Körper.

Äußerst gesund sind auch Kiwis. Der hohe Vitamin-C-Gehalt kräftigt das Immunsystem, darf aber bei einem empfindlichen Magen nicht gefüttert werden. Kiwis regen die Tätigkeit des Herzmuskels an, festigen die Blutgefäße und das Bindegewebe.

Kräuter, Öle & Co

Herzprobleme führen häufig zu Wasseransammlungen im Körper. Dagegen hilft etwa Petersilie, die eine starke entwässernde Wirkung hat. Bei entwässernden Kräutern ist aber insgesamt Vorsicht geboten, eine Überdosierung kann die Tätigkeit der Nieren behindern. Petersilie darf nicht an trächtige Hündinnen gefüttert werden.

Kräftigend für das Herz sind auch Melisse und Weißdorn.  Am besten verabreicht man diese Kräuter als Tee anstelle des Wassers in der Schüssel. Die meisten herzunterstützenden natürlichen Medikamente bauen ebenfalls auf die Wirkstoffe des Weißdorns, die die Durchblutung der Herzkranzgefäße unterstützen. Rosmarin wirkt ähnlich.

Zimtrinde ist kreislaufanregend. Ingwer wirkt zusätzlich  blutverdünnend. Vor Operationen oder nach Verletzungen darf Ingwer daher auf keinen Fall verabreicht werden.

Sesamöl wird gerne empfohlen, wenn ein Hund an Bluthochdruck leidet.

Selen ist wichtiges Element bei der Behandlung von Kreislauf– und Herzerkrankungen. Der beste natürliche Selen-Lieferant ist roher Fisch.

Die Menge macht‘s

Ein älterer oder alter Hund braucht generell weniger Nahrung, frisst aber oft viel lieber als in jüngeren Jahren.  Zu viel Gewicht schadet aber, weil das Herz aktiver sein muss.

Oft wird empfohlen, bei älteren Hunden die Proteingaben zu erhöhen. Bei den Tibetern ist dabei allerdings Vorsicht geboten, sie neigen dann zu Hautproblemen und reagieren mit Eiweißekzemen.

Vor allem bei älteren Hunden ist eine regelmäßige Kontrolle in der Tierklinik wichtig. Alle Hausmittel können den Hund unterstützen. Besprechen Sie die Gabe von Hausmitteln in der Tierklinik, damit sie allfälligen Medikamenten nicht entgegen wirken.

Futter für die Gelenke
Nicht nur, wieviel wir füttern, wirkt sich auf das Skelett unserer Hunde aus. Auch die Zusammenstellung wirkt auf Knorpel, Bänder und Knochen.

 

Fit ist gesund

Erster und wichtigster Punkt: das Gewicht des Hundes. Ist er über lange Phasen seines Lebens übergewichtig, beansprucht das die Gelenke. Sie müssen zu viel Gewicht tragen. Besonders problematisch ist das in der Wachstumsphase. Der zweite Punkt: die Kondition. Ein Hund, dessen Muskeln gut trainiert sind, verkraftet Gelenksfehlstellungen und Probleme mit Sehnen und Bändern leichter.

Ingwer bei Arthrose

Die Inhaltsstoffe der Ingwerwurzel sind nicht nur für den Geschmack verantwortlich, der die asiatische Küche kennzeichnet. Ingwer ist ein wichtiges Heilmittel.

Die Wirkung von Ingwer bei Gelenksproblemen ist beim Pferd längst nachgewiesen. Das Risiko von Arteriosklerose wird verringert. Außerdem regt Ingwer die Gallensaftproduktion an, was wiederum die Fettverbrennung beschleunigt und erleichtert.

Aber Achtung: Vor Operationen darf Ingwer keinesfalls gegeben werden, weil er das Blut verdünnt.

Chronische Beschwerden

Die Inhaltsstoffe der Teufelskralle werden Hunden als Tee über das Futter gegossen oder als Pulver untergemischt. Die Wirkung tritt erst nach drei bis sechs Wochen ein. Vor allem chronische Beschwerden werden mit dieser afrikanischen Pflanze behandelt. Die Teufelskralle fördert die Verdauung, manche Hunde reagieren zunächst mit Durchfall.

Noch mehr Kräuter

Löwenzahnblätter enthalten viel Kalium. Püriert unter das Futter gemischt stärken sie den Knochenbau. Bambus gleicht den Spurenelemente– und Mineralstoffhaushalt des Körpers aus. In der Kräuterkunde gilt Bambus als Knochenbaustoff. Im Ackerschachtelhalm ist viel Kieselsäure enthalten. Das stärkt das Bindegewebe. Als Tee oder Pulver im Futter serviert hilft er bei degenerativen Gelenkserkrankungen.

Gründliche Diagnose

Kräuter oder Pflanzen sind zusätzliche Unterstützung. Bevor sie verabreicht werden, sollte bei Gelenks– und Beweglichkeitsproblemen unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden.

 

Hausmittel gegen Winterleiden
Zwischen dem menschlichen und dem Hundekörper ist kein allzu großer Unterschied, wenn es um die kleinen Wehwehchen im Winter geht. Oft helfen dieselben alten Hausmittel – nur die Verabreichung muss an die Anatomie angepasst werden. Wie beim Menschen gilt aber auch beim Hund: lieber einmal zu oft zum Arzt als zu selten.
 

Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Vor allem jene Hunde, die sich wenig an der frischen Luft bewegen und dann sofort ins warme Körbchen neben dem Kachelofen zurückkehren, sind anfällig für Erkältungskrankheiten. Rechtzeitige Abhärtung, viel frische Luft und kein allzu warmer Platz sind die beste Vorbeugung. Falls der Hund trotzdem Anzeichen einer Erkältung zeigt:

Thymian ist ein altbewährtes Rezept, um die Schleimhäute zu beruhigen. Die sanfte Art der Inhalation: Ein Esslöffel Thymian, eventuell mit etwas Kochsalz, wird in heißem Wasser aufgekocht. Dieser Sud wird auf ein Stövchen gestellt, sodass sich der Dampf ganz langsam im ganzen Raum verbreiten kann. Gleichzeitig erhöht das die Luftfeuchtigkeit im Raum, dämpft den Hustenreiz bei trockenem Husten und unterstützt die Schleimlösung in den Bronchien. Wer den Geruch von Thymian gar nicht schätzt, kann auch Kamille verwenden.

Salbei- und Kamillentee schmeckt auch dem Hund und beruhigt ebenfalls die Schleimhäute: Einfach anstelle des Wassers in die Schüssel geben – natürlich nicht siedend heiß, sondern mit Raumtemperatur. Will ein Hund das so gar nicht trinken, kann man einen Löffel Honig beifügen.

Hustendämpfend bei trockenem Husten sind Fenchelsirup mit Honig, warme Milch und Schleimsuppen. Das Futter sollte püriert werden, damit der Hund trotz rauem Hals freiwillig frisst.

Rachen- und Mandelentzündungen

Der Rachen und die Mandeln sind die Pforte, über die Krankheitserreger in den Körper eindringen. Sie sind daher auch als erste betroffen. Häufige Ursache im Winter ist der Schneeball, dem der Hund anstelle des Stöckchens hinterhergeschickt wird.

Schleimsuppen aus Haferflocken oder Reis decken die entzündete Schleimhaut ab und schützen vor weiteren Reizungen. Zusätzlich können Leinsamen, Eibischwurzel oder Isländisches Moos mitgekocht werden. Allerdings trifft das nur selten den Geschmack des Hundes.

Ein dicker Schal als Halstuch hilft auch dem Hund. Feuchtwarme Umschläge unterstützen die Heilung. Am einfachsten ist der Kartoffelumschlag: gekochte Kartoffel werden in einem Beutel oder Strumpf gefüllt und möglichst heiß um den Hals gelegt. Über diese Packung legt man einen warmen Schal und lässt die Wärme bis zu einer halben Stunde wirken.

Augenentzündung

Sie tritt vor allem dann auf, wenn der Schnee schmilzt und der Streusplitt staubt. Auch kalte Zugluft löst Entzündungen aus: der Hund, der bei geöffnetem Fenster Auto fährt oder womöglich noch den Kopf hinaushält. Bindehautentzündungen sind aber auch Begleiterscheinungen von Erkältungen.

Ein erstes Mittel: Die Augen werden mit einem Wattebausch regelmäßig vorsichtig gesäubert. Anstelle von reinem Wasser kann man 2%iges Borwasser oder Fencheltee verwenden. Kamillentee ist ungeeignet, weil die Schwebstoffe das Auge zusätzlich reizen und er zu Haarausfall um den Augen führt.

Magen- und Darmverstimmung

Schnee zu fressen oder Schnee mit Streusalz von den Pfoten zu lecken kann Magenverstimmungen und Durchfall zur Folge haben. Das ist eine grundsätzlich sinnvolle Maßnahme, die der Hundekörper setzt, um unverträgliche Stoffe so schnell wie möglich wieder los zu werden.

Die erste Maßnahme: Hungern lassen, damit sich Magen und Darm vollständig leeren. Gegen den Flüssigkeitsverlust wird schwarzer, ungesüßter Tee gegeben.

Tritt eine erste Besserung ein, helfen Schleimsuppen. Besonders schmack- und nahrhaft: in einer milden Hühnersuppe ein wenig Reis oder Haferflocken zerkochen. Wer den Magen zusätzlich beruhigen will, kann mit Kümmel oder Fenchel würzen. Der Hund sollte kleine Portionen über den ganzen Tag verteilt bekommen.

Die Diät kann bei Durchfall durch stopfende Mittel unterstützt werden: Rhabarbasaft, geriebene Äpfel. Wer Tierkohle gibt, sollte sie nicht in Tee auflösen, weil das die Wirksamkeit herabsetzt.

Schmerzlindernd und krampflösend wirken warme Umschläge.

Altersbedingte Gelenksschmerzen

Wie beim Menschen werden auch beim Hund Gelenksschmerzen bei kalter Witterung besonders schmerzhaft. Der Hundebesitzer kann die Schmerzen mit Breipackungen direkt auf den erkrankten Muskelstellen und feuchtwarmen Umschlägen etwas lindern.

Eine Alternative zu Heizkissen sind Leinensackerl, die mit Kirschkernen oder Leinsamen gefüllt sind. Sie werden im Herd angewärmt, speichern die Wärme sehr lange und bringen neben der Wärmezufuhr auch eine leichte Massagewirkung.

Besondere Sorgfalt gilt der Futterzubereitung: Lieber etwas weicherer Stuhl als Verstopfungen, denn schmerzende Rückenmuskulatur bereitet auch beim täglichen Geschäft Probleme.

Rissige Nasen und Pfoten

Häufiger Wechsel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit kann ebenso zu rissiger Haut auf Nase und Pfoten führen wie zu warme und trockene Luft.

Salben und Öle schützen die Haut und unterstützen gleichzeitig die Heilung. Lebertran, Borsalbe, Glycerin, Kamillen- und Ringelblumensalbe helfen. Allerdings sind gerade Nase und Pfoten jene Regionen, die der Hund so schnell wie möglich wieder abschlecken wird. Hier hilft nur Ablenkung: einschmieren und sofort spielen, toben, spazieren gehen. Wenn er sich trotzdem die Nase ableckt: Lebertran schadet auch im Magen überhaupt nicht.

Die Zutaten

Wer mit Kräutern Krankheiten lindern will, muss auf die Qualität der Zutaten achten. Der Thymian oder Fenchel aus dem Gewürzregal im Supermarkt schmeckt zwar, hat aber auf seinem Weg dahin schon viel von seiner heilenden Kraft eingebüsst. Gute Qualität bekommt man in den Reformhäusern, Kräuter auch in Apotheken. Die mit Kirschkernen gefüllten Sackerl sind ebenfalls in Reformhäusern oder im Baby-Fachhandel erhältlich.

Und wenn das alles nicht hilft

Zeigen die alten Hausmittel nach zwei bis spätestens drei Tagen keinerlei Wirkung oder verschlechtert sich der Zustand Ihres Hundes, dann machen Sie schnellsten auf den Weg zum Tierarzt. Auch beim Hund besteht die Gefahr, dass Erkrankungen chronisch werden oder noch schwerwiegendere Erkrankungen nach sich ziehen. Vor allem entzündete Mandeln können sehr schnell auch das Herz angreifen.

Schnee ...
Shipa liebt frischen Neuschnee.
Shipa liebt frischen Neuschnee. Shipa liebt frischen Neuschnee.

Die tibetischen Hunde sind Winter-Fans. Aber Schnee verursacht auch Probleme.

Ein Apso, der zum ersten Mal Schnee erlebt, ist ein überglücklicher Hund. Es gibt kaum etwas Schöneres, als die Nase tief in den Schnee zu stecken oder sich darin zu wälzen.

Für das Fell ist das grundsätzlich hervorragend. Es gibt kaum eine bessere Reinigung.

Schneeklumpen im Fell

Was aber gerade bei feuchtem und schwerem Schnee unvermeidbar ist: die Klumpen an den Pfoten und am Bauch.
Solange der Hund in Bewegung bleibt, wird ihm nicht kalt werden. Die Feuchtigkeit und Kälte dringt durch die dichte Unterwolle nicht bis zur Haut durch.

Schwierig wird es, wenn der Hund längere Zeit lange liegen bleiben muss. Ein Gasthaus-Besuch mit einem Schneeklumplen-Hund: Verkühlungsgefahr.
Daher: Am schnellsten Weg nach Hause. Den Apso in die Badewanne stellen und das Fell mit warmem Wasser "enteisen".

Ein Tipp für unterewegs: eine gut saugende Decke im Auto, die samt dem Schmelzwasser herausgenommen werden kann.

Wer den Apso zum Auto zurück tragen muss, weil die Schneeklumpen Bewegung nahezu unmöglich machen: einfach wie ein Schaf über die die Schultern legen.

Schnee zwischen den Pfotenballen

Hier hilft Vorbeugung: Die Haare zwischen den Pfotenballen möglichst stark kürzen. Damit hat der Schnee keine Chance mehr, an Haaren zu schmerzhaften und scharfkantigen Eiskristallen zu werden.
Die Pfoten mit Hirschtalg oder einem anderen Fett vor dem Spaziergang dick einzuschmieren, wirkt ebenfalls. Allerdings: Hunde neigen dazu, diese Fette sofort wieder abzulecken. Wer also mit dem Auto zum Spaziergehgelände fährt, sollte die Pfoten erst unmittelbar vor Ort einschmieren.

Schnee im Magen

Viele Hunde fressen gerne Schnee und ist oft nicht wirklich zu verhindern. Die meisten Hunde vertragen das auch problemlos.

Gefährlich ist  das Salz auf den Strassen, das den Rachen und die Magenschleimhäute angreift. Stadthunde sollten daher unbedingt daran gehindert werden, Schnee zu fressen. Nach einem Spaziergang ist es notwendig, die Pfoten mit klarem Wasser gründlich auszuspülen, damit die Hunde nicht Schnee- und Salzreste abschlecken.

Sollte sich ein Hund verkühlen, lesen Sie die Hausmittel gegen Winterleiden.

Ab ins Wasser!
Unsere Hunde lieben das Wasser. (c: Georg Spitzer)
Unsere Hunde lieben das Wasser. (c: Georg Spitzer) Unsere Hunde lieben das Wasser. (c: Georg Spitzer)

Ein Bad im See oder Fluss ist nicht nur angenehme Abkühlung. Es ist auch ein hervorragendes Fitness-Training für unsere Hunde.

Im Sommer ist es wichtig, unseren Hunden regelmäßig Abkühlung zu verschaffen. Wer seinem Hund frühzeitig gezeigt hat, wie angenehm Wasser ist, hat es leichter. Wer bei Hitze zum Bewegungsmuffel wird, blühlt im kalten Nasse so richtig auf - und bleibt schlank.
Das beste Lockmittel ins Wasser sind andere Hunde oder der Besitzer. Ein Hund, der einmal Spaß am Wasser gefunden hat, wird schnell zum Wassernarren. So manch ein Hundebesitzer braucht ein eigenes Kommando "Wasser frei", damit der Hund nicht in völlig unbekannte Gewässer springt. Strudel und Hindernisse unter Wasser können gefährlich werden.
Vorsicht ist beim Apportieren geboten: So manches Spielzeug saugt sich voll und wird zu schwer. Der Hund überanstrengt sich im Wasser schnell.

Konditionstraining

Denn zehn Minuten Wasser treten - also im seichten Wasser laufen - sind genauso viel Konditionstraining wie eine ganze Stunde im lockeren Trab am Land. Und zehn Minuten wildes Spiel im Wasser entsprechen einer Stunde Sprinten und Toben und Spielen auf einer Wiese.
Im Wasser werden Muskeln beansprucht, die der Hund sonst weniger benutzt. Der Hund bekommt eine Ganzkörpermassage. Nicht zu vergessen: die Gelenke werden beim freien Schwimmen entlastet.
Wenn es sehr heiß ist, müssen auch langhaarige Hunde nicht abgetrocknet werden. Es dauert ohnehin sehr lange, bis das Wasser durch die Unterwolle bis zur Haut gelangt. Eine Schüttel- und Sprintrunde an Land ist Föhn genug. Sie dürfen sich nur nicht gleich nach dem Bad auf die kalten Küchenfliesen legen. Bei weniger heißen Temperaturen müssen zuerst die Ohren getrocknet werden, um Entzündungen vorzubeugen.

Kein Schaden für das Haar

Das Hauptargument vieler Tibeter-Besitzer gegen ein Bad im wilden Wasser: Die Haare könnten darunter leiden. Es gibt jedoch etliche Hunde, die das Gegenteil beweisen. Unsere zum Beispiel.

Zum Dessert: Apfel vom Pferd

Hunde haben manchmal seltsame Gelüste. Hingebungsvoll zupfen sie Grashalm für Grashalm. Als besonderer Leckerbissen gilt Hufhorn. Gierig stürzen sie sich auch auf Kot jeder Gattung. Perverser Appetit?

„Frisst der Hund Gras, wird es regnen.“ Wenigstens der Aberglaube liefert eine eindeutig Erklärung, wo sich die Wissenschaft nicht einig ist. Eine Lehrmeinung geht davon aus, dass Hunde wie Katzen handeln. Sie fressen Gras, um es sofort wieder mit einem Büschel Haare zu erbrechen. Bei näherer Betrachtung der gelben Grassuppe, die dem Hundemagen entstammt, sind Haare aber bestenfalls in homöopathischer Dosis zu bemerken. Auch andere „Fremdkörper“ im Magen werden angeblich in Gras gepackt, um sie auf dem kürzesten Weg wieder los zu werden.

Interessant erscheint die zweite Erklärung: Gras enthält Bitterstoffe, die die Magensäureproduktion anregen. Tierärzte werten das oft als Hinweis auf eine Gastritis oder auf Mangelerscheinungen, die mittels einer chemischen Untersuchung des Erbrochenen nachgewiesen werden. Allerdings: Ursache vor allem für Mangelerscheinungen sei das „falsche“ Futter. Was als „falsch“ oder „richtig“ einzustufen ist, bleibt sowohl nach umfangreicher Recherche als auch nach jahrelanger Beobachtung unterschiedlich gefütterter Hunde unklar. Die Praxis der Hundeweide zeigt, dass sich trocken-, dosen-, frischfleisch-, selbst vegetarisch gefütterte Hunde gleichermaßen an frischem Grün gütlich tun.

Die enorme Lust von Hunden auf Hufhorn wird ebenfalls oft als Ausgleich beschrieben. Der Hund hole sich damit instinktiv das richtige Ergänzungsfutter mit einer Vielzahl an Mineralstoffen und Spurenelementen. Im Gegensatz zum Gras bleibt das Hufhorn im Magen. Das Pferd und seine Abfälle spielen bei Hunden insgesamt eine große Rolle, denn auch Pferdeäpfel sind höchst begehrt. Der Zugang zu dieser Spezialität ist aber vielen Hunden nicht möglich, sie müssen sich mit dem Inhalt des Katzenkisterls in den eigenen vier Wänden begnügen.

Für dieses Verhalten hat die Tiermedizin ein Fachwort: Koprophagie. Vor allem für Mäuse und andere Nagetiere ist das ein normales und notwendiges Verhalten. Sie fressen ihren eigenen Kot, um im Darm gebildete Bakterien wieder aufzunehmen. Hunde brauchen grundsätzlich keinen Kot als Nahrung, so viel ist jedenfalls sicher.

Auch hier bietet die Mangelerscheinung eine Erklärung: Vitamine, Mineralien, Enzyme und vieles mehr hole sich Hund auf diesem Weg in seinen Körper. Besonders häufig, so ist es nachzulesen, sei dieses Verhalten bei vegetarisch gefütterten Hunden zu beobachten. Ihre Besitzer bestreiten das aber vehement.

Nicht ein Mangel, sondern ein Übermaß an Nährstoffen ist die zweite Erklärung. Unsere Zivilisationshunde würden durch Fertignahrung aller Art von allem zu viel erhalten. Tatsächlich können etliche gesundheitliche Probleme wie Hauterkrankungen durch eine Reduzierung der Fleisch- und damit Eiweißzufuhr gemindert oder geheilt werden. Hunde würden durch diese Art der Eigenversorgung die innere Balance der Nährstoffe herzustellen versuchen.

Bei manchen Hunden ist das Verschlingen von Kot eine Verhaltensstörung. Sie tritt vorwiegend dann auf, wenn zu viele Hunde in zu kleinen und schlecht gepflegten Zwingern gehalten werden. Ein Mangel ist auch das: an sozialen Kontakten und Bewegungsmöglichkeit.

Hin und wieder ein wenig Gras, falls möglich einen Happen Hufhorn, und als Dessert ein Pferdeapfel: Möglicherweise trifft auf den Durchschnittshund keine der schwierigen Erklärungen zu. Möglicherweise ist es letztlich ganz einfach: Hund schmeckt’s. Und versteht nicht, warum Mensch das köstliche Mahl so ekelhaft findet.

Natur allein ist eine schlechte Mutter

Hundezucht ist ein Hobby. Allerdings eines, das besonders viel Aufmerksamkeit, Wissensdurst und Verantwortung verlangt.

Die konkrete Wurfplanung beginnt bereits bei den (richtigen) räumlichen Voraussetzungen. Wie groß eine Wurfkiste sein sollte, wie ein Welpenauslauf auszustatten ist, was im Wurfzimmer alles benötigt wird: Das sollten die ersten Überlegungen angehender Züchter sein. Schon dabei gibt es die ersten Ah’s und Oh’s. Das eigene Schlafzimmer mit Teppichboden ist tatsächlich ungeeignet? Obwohl doch nur ganz kleine Hunde gezüchtet werden wollen?

Die nächste Hürde: die Läufigkeit der Hündin. Es gilt einiges zu lernen über den Ablauf der Läufigkeit, die Anzeichen der Deckwilligkeit, das Verhalten und die äußeren Merkmale der Hündin. Längst nicht alle Erstzüchter wissen, dass der Tierarzt den Hormonstatus der Hündin und damit den Deckzeitpunkt ermitteln kann – und dass auch das nicht immer stimmen muss.

Im optimalen Fall treffen Hündin und Rüde aufeinander, sind begeistert, und nach einer Stunde kann die Heimreise angetreten werden. Dieser optimale Fall ist die Ausnahme. Deckprobleme bereits im Vorfeld möglichst zu verhindern ist Aufgabe der Besitzer: durch die richtige Fütterung, genügend Bewegung und damit gute Kondition, ausreichende Zeitplanung. Wenn es trotzdem nicht klappt, sollten Züchter erkennen können, woran es liegt – und die Ursachen sind vielfältig. Für viele erstaunlich: So mancher Hund will nicht, solange der Besitzer in der Nähe ist.

Die Trächtigkeit: Wie viel und welches Futter wann? Große Enttäuschung, wenn die Hündin nur wenig Welpen wirft, obwohl sie doch so rund war – oder umgekehrt. Gibt’s tatsächlich Welpen oder ist die Hündin scheinträchtig? Schonen oder weiter Bergtouren machen? Sind die Welpen tatsächlich schon zu spüren oder hat die Hündin Blähungen? Trächtigkeit ist keine Krankheit, aber doch ein Ausnahmezustand. Und sie dauert tatsächlich nur etwa 9 Wochen…

Der große Tag X. Die Hündin schaut so seltsam – ein erstes Anzeichen für den Beginn der Geburt? Sie will dauernd raus – nein, sie hat keine Blasenentzündung, sie wird demnächst werfen. Rechtzeitig Kaffee kochen – nicht nur für den Besitzer, auch für die Hündin. Erstzüchter und erstgebärende Hündinnen sollten nicht gemeinsam ratlos sein. Der Hündin kann man vorher nicht beibringen, dass sie ihre Welpen erst aus der Fruchtblase auspacken muss. Dem Besitzer schon. Die Hündin wird nicht wissen, dass ihre blassrosa Lefzen auf sinkenden Blutdruck schließen lassen, sie wird sich einfach nur erschöpft fühlen. Kurze Spaziergänge an der Leine zwischendurch: das bringt die Wehentätigkeit in Schwung. Aber: warme Tücher für unterwegs geworfene Welpen bereithalten, die dann gut eingepackt in die Wurfkiste zurückgetragen werden. Und, und, und…

Die Welpen haben eine seltsame Haut auf den Ohren, die Hündin hat einen leichten Durchfall oder einen grünlichen Ausfluss. Keine Gründe zur Sorge – sofern man weiß, was alles ganz normal ist. Was alles nicht normal ist: die Welpen nehmen nicht oder ungleichmäßig zu, die Milchdrüsen sind steinhart, die Hündin zittert und schwankt, die Welpen sind schlapp, …

Die ersten Wochen bis zur Abgabe der Welpen an die neuen Besitzer: der Züchter legt den Grundstein für ihre körperliche Entwicklung und ihr künftiges Verhalten. Je größer das Wissen über Welpen, desto mehr und Besseres kann ihnen geboten werden. Es liegt am Züchter, sich darüber umfassend zu informieren.

Spezialkapitel: der Tierarzt. Wann und wofür wird er benötigt? Feststellen des Deckzeitpunktes und eventuell später der Trächtigkeit, entwurmen von Hündin und Welpen, impfen, Krisenintervention, ... Bei welchen Symptomen kann man auf homöopathische und Hausmittel zurückgreifen? Fragen, Fragen, Fragen … und eine Vielzahl von Antworten.

Zu guter letzt: die Bürokratie. Formulare müssen ausgefüllt werden. Die Wurfentwicklung muss dokumentiert werden. Deck- und Kaufverträge werden abgeschlossen. Der Zuchtwart kommt zur Wurfabnahme, kontrolliert die Chips.

Hundezucht ist kein Hobby, das man einfach mal ausprobieren kann. Es ist ein Hobby, das viel Vorbereitung braucht, wenn man nicht Gesundheit oder gar Leben von Hunden riskieren will. Aber die Wölfe machen das doch auch alles seit ewigen Zeiten alleine? Ja, richtig. Aber kaum eine Wölfin hat den Ehrgeiz, ihren gesamten Wurf auch groß zu ziehen. Und Mutter Natur lässt viele ihrer Kinder sterben.